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NEW rAGE PROJECT
Untitled 2
Die Dortmunder
Avantgarde - Performance - Gruppe NEW rAGE PROJECT um Romero E. Sotes legen mit
der Doppel-CD Totenlieder
ihr Erstlingswerk in Punkto Musikalbum vor. Sie begannen
mit den Aufnahmen bereits im August 2005 mit düsteren Klangcollagen, über denen
sich die Texte als gesprochenes Wort entfalten. Dabei nutzten sie Gedichte von
bekannten Größen wie Christian Morgenstern, Hermann Hesse, Friedrich Nietzsche,
Heinrich Heine etc., die sie in einem ureigenen Sound vertont haben.
Stilistisch
wildern NEW rAGE PROJECT in vielen fremden Gärten: Klassik und Akustik über Rock
und Neofolk bis hin zu Industrial, ja sogar vor Techno-Beats machen sie nicht
halt. Alle Lieder haben jedoch eins gemeinsam: sie berichten dem Hörer von
Reisen, sei es eine Reise durch den Nebel, auf dem Totenfluss Styx oder die
Lebensreise, auf die jeder von uns sich befindet.
Diese CD enthält als Bonus eine weitere CD mit
Aufnahmen, die an alten keltischen und germanischen Kraftorten, in besonderen
Kapellen und Kirchen oder einfach auf heilige Haine live eingespielt wurden.
Diese besondere Atmosphäre lässt sich in keinem Studio künstlich erzeugen, sie
ist schlicht authentisch.
Das Licht in der Dunkelheit
NEW rAGE PROJECT begannen mit den Aufnahmen zu den Totenliedern
bereits im August 2005 mit düsteren Klangcollagen, über
denen sich die Texte als gesprochenes Wort entfalten. Phase 2 bestand aus
einfachen, meist tieftraurigen Liedern, die im Jahr 2006 unter anderem in
verschiedenen Kirchen aufgenommen wurden. Hier waren die technischen
Möglichkeiten begrenzt, aber dennoch entstand ein athmosphärisch dichter Klang.
Die Stücke Lacrimosa, Auf dem Strome,
Schwarzer Stern und Im Nebel
verströmen jedoch eine Authentizität, die wohl in keinem
Studio der Welt zu erzeugen ist. Diese Songs erinnern in ihrer Struktur und
einfachen Melodielinien entfernt an Wiegenlieder, die Texte hingegen widmen sich
dem unaufhaltsam nahenden Tod. In der dritten Phase, die im Januar 2007 ihr Ende
fand, mischten sich treibendes Schlagwerk und verzerrte Gitarren in das
Gesamtbild, die neuen Stilelemente verwischen die sich bei dem Titel "Totenlieder"
aufdrängenden Assoziationen von leiser Trauer über den Tod einer geliebten
Person und öffnen die Tore für schreiende Wut über den Tod der Völker. Als
Gaststimmen sind auf den Totenliedern Speedy, Razial und Lena Winkel zu hören.
Lena, die ansonsten bei der Band On Purpose (www.onpurpose.de.vu) für den Gesang
zuständig ist, hinterlies bereits bei Deutschland sucht den Superstar
einen bleibenden Eindruck und zeigt sich bei den
Totenliedern absolut überzeugend auch in jenen Stilrichtungen, die Dieter Bohlen
wohl nicht produzieren würde. Aller musikalischen Vielseitigkeit zum Trotz tritt
bei der Zusammenstellung der Totenlieder jedoch zu keinem Zeitpunkt Beliebigkeit
ein. Die thematische Achse bleibt der Tod, um den sich die unterschiedlichsten
Klangwände und musikalischen Flächen im Kreise drehen, wie das Leben selbst.
Die Musik von NEW rAGE PROJECT ist zu jedem Zeitpunkt echt: Echte Wut, echte
Trauer und manchmal schleicht sich gar echte, bissige Ironie in die Stücke.
Totenlieder ist trotz einiger klamm-heimlicher
Ohrwürmer in seiner Gesamtheit ein sperriges und immer anspruchsvolles Album
geworden, dass in unsere Zeit passt, in ein Zeitalter, das neben seinen Toten
oft auch seinen Glauben, seine Ideale und manchmal jegliche Hoffnung begraben
hat. Doch eins bleibt in den Soundlandschaften und auch in den sorgfältig
ausgewählten Texten
stets sichtbar: Der Lichtfunke in der Dunkelheit. (Peter
Joost Mertens)